Oft merkt man erst im Notfall, dass die Hausapotheke nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Doch was nützen einem in der akuten Situation schon lange abgelaufene Medikamente, Pflaster ohne Klebkraft und Salben, die nicht mehr appetitlich riechen? Nichts, deshalb hier ein paar Tipps zum Frühjahrsputz in der Hausapotheke.

Medikamente, auf denen überhaupt kein Verfallsdatum steht, sind auf jeden Fall älter als fünf Jahre, denn seitdem besteht eine Deklarationspflicht. Derartige Fundstücke sollten keinesfalls mehr eingenommen oder angewandt werden. Auch alle jene Tablettten, Kapseln und Salben, die abgelaufen sind, sollte man vorsichtshalber entsorgen. Am besten ist es, sie bei einer Apotheke abzugeben- auf die Entsorgung im Hausmüll sollte man möglichst verzichten. Man kann  nicht ausschließen, dass sie dadurch etwa in Kinderhände geraten würden mit unter Umständen fatalen Folgen. Auch eine Entsorgung in der Toilette ist der falsche Weg- Kläranlagen kommen kaum oder überhaupt nicht mit diesen Rückständen zurecht- die Folgen für die Umwelt sind bisher noch nicht genau erforscht.

Übrigens bezieht sich das Verfallsdatum wie bei Lebensmitteln auch stets auf die nicht angebrochene Packung. Das gilt natürlich vor allem für flüssige Medizin, Cremes und Salben. Sinnvoll ist es, das Anbruchsdatum auf der Verpackung zu notieren- man erinnert sich daran später selten so genau. Augen- und Nasentropfen bzw. -spray sollte man nur sechs Wochen benutzen.

Finden sich Medikamente, die keinen Beipackzettel mehr haben und bei denen es unklar ist, wofür oder wogegen sie sind, wie die optimale Dosierung aussieht und wie man sie vertragen hat, sollte man sie nicht verwenden und am besten sofort entsorgen. Rezeptpflichtige Medikamente wurden ursprünglich für ein bestimmtes Krankheitsbild verordnet. Auf einen nochmaligen Einsatz von eventuellen Resten unter unklaren Diagnosebedingungen sollte man verzichten und sie ebenfalls aus der Hausapotheke entfernen.

Auch auf Verbandsmaterial findet sich ein Haltbarkeitsdatum. Ist es überschritten, so kann die Sterilität der Binde oder Auflage nicht mehr garantiert werden. Alte Pflaster verlieren an Klebkraft und nützen im Ernstfall nichts.

Nachdem man den Inhalt inspiziert und entrümpelt hat, kann man sich daran machen, die Hausapotheke aktuell aufzurüsten. Dazu gehören Schmerz-, Fieber- und Erkältungsmedikamente, unter Umständen ein Mittel gegen Magen- und Darmbeschwerden, eine Salbe gegen Prellungen und Zerrungen sowie Insektenschutz und eine Wunddesinfektion. An Verbandsmittel sollten Pflaster, Mullbinden und Kompressen, elastische Binden und ein Dreieckstuch vorhanden sein. Einmal-Handschuhe, ein funktionierendes Fieberthermoter und eine Pinzette ergänzen den Inhalt. Ob diese Grundausstattung durch individuell häufiger benötigte Medikamente ergänzt wird, liegt an den persönlichen Umständen.Hat man seine Hausapotheke wieder auf dem aktuellen Stand, so kann man sie auch gleich mit Telefonnummern für den Notfall bestücken. Dazu gehören die Nummer des Hausarztes, des Rettungsdienstes und des Giftnotrufs. Auch den Standort der Hausapotheke kann man jetzt gleich optimieren, falls sie sich bisher in der Küche oder im Bad befand- diese Plätze sind ungeeignet. Medikamente sollten stets kühl und trocken gelagert werden, beispielsweise im Schlafzimmer.